Das Weihnachtsoratorium – Gardiner und Jacobs

An dieser Stelle erwähne ich nochmal zwei Aufnahmen des „WO“ von J.S. Bach. Weil es mir wichtig ist. Und weil die Halbwertszeit der Pinnwandeinträge (auf facebook) so gering ist…

Bach: WO – Gardiner, Argenta, von Otter, Blochwitz, Bär, Jonson; EBS; Monteverdi Choir. ©Archiv Produktion
Bach: WO – Jacobs, Röschmann, Scholl, Güra, Häger; AAMB; RIAS Kammerchor. ©Harmonia Mundi

Gardiner ist ein Muss und die Aufnahme meiner Wahl, wenn ich mich für eine entscheiden müsste. Der Chor ist wahrscheinlich unerreicht und auch die Solisten sind hervorragend allesamt.
Ebenfalls sehr gut, etwas voller und barocker ist die Einspielung unter René Jacobs. Es ist die jüngere Aufnahme, klanglich moderner und darf wohl als fast gleichberechtigt neben Gardiner im Regal stehen.
Kurz zu Einzelheiten:
Anne Sofie von Otter ist mir als Alt lieber als Andreas Scholl als Altus, so schön er auch singt.
Güra und Johnson geben sich nicht viel, bei Güra ist die Aussprache besser, so gut Johnson auch Deutsch singt, was für fast alle Engländer bei Gardiner gilt!
Olaf Bär (hier noch von der VEB Deutsche Schallplatten ausgeliehen, aus der DDR, das muss man sich mal vorstellen!) und Klaus Häger nehmen sich auch nichts, wobei ich den etwas „leichter“ klingenden Bär vorziehen würde.
Ein Schmankerl sind die Tenor-Arien bei Gardiner, gesungen von Hans Peter Blochwitz. In seiner Art, mit einer dichten, vollen und doch leichten, quasi mühelos klingenden Stimme, offen und niemals „knödelnd“ zu singen, ist das für mich seit eh und jeh der liebste Tenor für Oratorien und ähnliches (dies ist ein Fach, das nicht die gleiche mediale Präsenz hat, wie die großen Opern. Große, oder zunächst einmal berühmte Sänger wie Flórez, Calleja, Kaufmann und Villazon haben Rollen mit mehr Schmiss, das muss man wohl zugeben. Aber in einem Oratorium oder gar im Lied, dem vielleicht anspruchsvollsten Fach überhaupt, will ich keinen dieser Stars hören müssen – denn das können sie alle nicht. Gar nicht.)

Die Chöre? Beide phantastisch, da bleibt kein Wunsch offen und kein Auge trocken.

Eine ausdrückliche Empfehlung beider Aufnahmen – es gibt noch so viele andere, auch mit großen Namen. Viele kenne ich schlicht nicht, weil sie uninteressant sind, in andere habe ich reingehört und sie im Geschäft gelassen… (wer es gar nicht lassen kann, der nehme vielleicht noch Harnoncourt, aber bitte die neuere Aufnahme mit goldener Verpackung).

Das sollte reichen. Ich wünsche viel Spaß beim Hören – ein Test bei mir zuhause kann haben, wer vorbeikommt… 😉

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