Bach Partiten – beredt, bescheiden, wunderbar!

Bach, Partitas 1, 5 & 6 – Murray Perahia – Sony Classical

Nun ist sie da, endlich: die zweite Lieferung der Bach’schen Partiten mit Murray Perahia. Die erste war ein Genuss, die zweite ist es ebenso. Vielleicht klingt die aktuelle CD noch ein bisschen besser, ich meine, der Flügel wäre mir noch angenehmer im Ohr…

Gleicher Ort, der alte Sendesaal 1 des Rundfunks der DDR in der Berliner Nalepastr., wunderbare Akustik, eine perfekt intonierter Flügel und die akribische Vorbereitung des Pianisten versorgen den Hörer mit einer weiteren Runde puren Glücks. Daran hat auch das erneut mit der Aufnahme betraute Team um Andreas Neubronner seinen Anteil, denn die CD ist von der technischen Seite her mal wieder perfekt gelungen.

Allen, deren pianistische Hausgötter Glenn Gould oder Martin Stadtfeld heißen, letzterer als jüngster Exportschlager der Klaviermaschinisten scheinbar auf den Spuren des Kanadiers unterwegs, mag diese Aufnahme eher nicht empfohlen sein, ich befürchte Enttäuschung und die unerwartete Konfrontation mit Musik – man hört hier nicht den Pianisten, man hört hier nicht die schnellste aller Correnten, man hört keinen manierierten Gestaltungswillen und kein großes, künstlerisch eingebildet-wertvolles „Ich bin’s“. Man hört Musik, die so sicher, so bescheiden und unaufdringlich, eindringlich und schön daher kommt, dass man sich schwerlich davon trennen möchte, wenn ein Stück oder gar die CD zu Ende ist…

Es gibt sie noch, die Glücksfälle, die wunderbaren, teilweise sensationellen Aufnahmen. Hier ist eine davon und ich wünsche allen, die damit etwas anfangen können, viel Vergnügen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Musik abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Bach Partiten – beredt, bescheiden, wunderbar!

  1. anettewoerner schreibt:

    Ein Wort zum Sonntag, dem 23. Oktober:
    Ich würd‘ gern mal was Neues lesen!
    Grüße, A.

  2. ockertrocker schreibt:

    Die Antwort zum Mittwoch, dem 16.11.: Danke für den Hinweis, den ich als Kompliment verstehe. Ich würde auch gerne mal was Neues schreiben. Da sich das Formulieren auf Auftrag zunächst erledigt hat, warte ich, bis mich die Muse küsst. Oder mir wenigstens einen verstohlenen Blick zuwirft… Bis bald!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s